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Infografiken "LauterLicht"

Alles Wissenswerte zum "LauterLicht" 2019 auf einen Blick!

Gesamtkonzept Stadtgestaltung

An diesen Themen arbeiten wir:

Lichtkonzept Rinnentor

...und das "LauterLicht"

Klein-Colmar als Bild im Kopf

 

Bensheim.Woran denken Bensheimer und ihre Gäste, wenn die Rede auf die Innenstadt kommt? An die mittelalterliche Fachwerkkulisse, an ihr Lieblingsgeschäft, an Plätze, Brunnen und Gassen, an Spezialitätenläden, Cafés und Kneipen, vielleicht an die Fraa vun Bensem, unweigerlich auch an die Großbaustellen Marktplatz und Bürgerhaus: an Liebgewordenes und Unfertiges. Plätscherndes Wasser fällt ihnen gewiss zuletzt ein.

Bensheim und die Lauter: Eigentlich schlummert darin ein Riesen-Potenzial. Tatsächlich aber fristet der  Bachlauf von der Stadtmühle bis zum Rinnentor eher ein Schattendasein. „Weil man ihn von oben hinter der trennenden Mauer kaum sieht“, hat Sanjin Maracic erkannt. Der freie Architekt ist der Aktivposten im Arbeitskreis Stadtgestaltung des Bürgerforums, das sich vorgenommen hat, gemeinsam mit den Gremien und der gesamten Stadtgesellschaft Bensheims Zentrum zukunftsfähig zu machen.

Die Lauter sieht Maracic als „dritte Achse“ im Stadtkern – neben der Hauptstraße vom Hospital- über den Bürgerwehrbrunnen und den Marktplatz bis zur B 47 sowie der Bahnhofstraße mit dem Sparkassenvorplatz als westlichem Eingangstor.

Wer sich in der Stadtgeschichte auskennt, weiß: Die Lauter markierte einst die Trennlinie von der Alt- zur Vorstadt. Geht es nach dem Bürgerforum, dann wird das Gewässer jetzt zu einer idyllischen Lebensader für Bensheims Mitte. Der Arbeitskreis listet dafür wesentliche Bedingungen und konkrete Vorschläge auf. Sie alle haben ein Ziel: die Aufenthaltsqualität im Zentrum zu erhöhen. Dazu sollen verstellte Blickbezüge eröffnet, gastronomische Angebote mit Bezug zum Wasser geschaffen und die massive Bruchsteinmauer,  hinter der die Lauter mehr oder weniger verschwindet, an markanten Stellen aufgebrochen werden.

Das Projekt gehört, zumindest mit einem ersten Impuls, zu den sogenannten Quick Wins, die im Bürgerforum definiert worden sind: Maßnahmen, die schnell in Angriff genommen werden sollen, um die Aufenthalts- und Verweilqualität der Innenstadt zu steigern. Getreu dem Arbeitstitel für ein Markenbild, das Bensheims Zentrum als Erlebnis- und Begegnungsort positioniert: „Bensheim täglich er-leben.“Das ist das Pfund, mit dem in Zukunft gewuchert werden soll – nicht zuletzt als Frequenzbringer für Handel und Gastronomie.

Dem Bürgerforum schwebt vor, aus der „Achse drei“ ein „Klein-Colmar“ zu machen: einen Anziehungspunkt für Groß und Klein, ein Kleinod mit Charme.  Dazu muss die Hinterhofsituation links und rechts des Bachs, etwa entlang der Rückseite des Kaufhauses Ganz, aufgelöst werden. Es sollen mehr Grün und Blütenpracht ins Auge springen und an geeigneten Punkten direkte Zugänge zum Wasser geschaffen werden.

Eine Schlüsselrolle spielt die Mittelbrücke. Sie fungiert als Verbindungsglied zum Quartier bis zum Turm des Rinnentors, der als markantes Baudenkmal von der alten Stadtmauer übrig geblieben ist.

Wie das alles nicht nur bei Tageslicht, sondern auch nach Eintritt der Dunkelheit aussehen könnte, wollen die Aktivisten des Bürgerforums an zwei Abenden vor Augen führen: am Dienstag (28.05.19)bei einer Preview für interessierte Bensheimer und Gäste und tags darauf für ein Massenpublikum beim Musik- und Kneipenfestival Maiway.

Sobald die Sonne untergeht, gegen 21.30 Uhr, werden die Lauter, die sie umsäumenden  Gebäude und das Rinnentor als eines der Bensheimer Wahrzeichen in sanftes Licht getaucht. „LauterLicht“-haben die Initiatoren ihre Inszenierung überschrieben. Die Illumination soll einen Eindruck davon vermitteln, was eine dauerhafte Licht-Installation bewirken kann.

„Wir wollen zeigen, was geht“, weckt der Bensheimer Lichtplaner Heiko Heinrich Erwartungen. Zusammen mit Maracic hat er sich ein Beleuchtungskonzept ausgedacht, das Appetit auf mehr machen will.

Das Lichtevent ist eine von vier Veranstaltungen, die vom hessischen Wirtschaftsministerium als vorbildliche bürgerschaftliche Initiative mit dem Landesehrenpreis des Wettbewerbs „Ab in die Mitte“ ausgezeichnet wurde.

Honoriert wurde vor allem der Anspruch, mehr zu bieten als eine Momentaufnahme. Mit LauterLicht wollen die Initiatoren eine öffentliche Diskussion zu diesem Thema und zur Innenstadtentwicklung insgesamt anstoßen. Wohin die Reise insgesamt gehen soll, erklärt Sanjin Maracic vor der erleuchtenden Preview bei einer informativen Führung. Treffpunkt ist am Dienstag, 28. Mai 2019, 20 Uhr, auf dem vom Fraa-vun-Bensem-Platz hinter der „Stadtmühle“.

Danach spielt - im doppelten Wortsinn - die Musik rund ums Rinnentor. Dort können Interessenten auf Infotafeln einen Eindruck vom aktuellen Stand der Diskussion im Bürgerforum gewinnen und bei einem Glas Wein aus der ungarischen Partnerstadt Mohács und dazu passenden Geigenklängen ins Gespräch kommen. „Wir wollen, dass der Diskurs auf breiter Front in der gesamten Bürgerschaft geführt wird und die Innenstadt die Impulse erfährt, die sie dringend braucht“, wollen die Urheber des Bürgerforums, Dr. Hans-Peter Meister und Karl-Heinz Schlitt, nach dem „Ritterschlag“ beim Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“ die nächste Stufe zünden.

 

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