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Ideen zur Ortsmittelpunktgestaltung

Rückblick auf den Rundgang zur Ortsmittelpunktgestaltung in Einhausen

"Punkten will Einhausen künftig mit einer attraktiveren Ortsmitte. Der Weschnitz, die mitten durch den Ort fließt, soll dabei eine tragende Rolle zukommen. Leben am Fluss - kaum irgendwo sonst kann das in dieser Form schließlich geboten werden. Im Rahmen der laufenden Renaturierungsmaßnahmen wird der Weschnitz jedenfalls in Kürze mehr Platz eingeräumt. Der Aufenthalt am Wasser soll durch eine Reihe von Umgestaltungen eine neue Qualität gewinnen. Bürgermeister Helmut Glanzner führte die interessierte Gruppe vom Rathausvorplatz am Hallenbad vorbei auf den Rad- und Fußweg, der direkt am Fluss entlang verläuft. "Die Weschnitz erlebbar machen" ist ein Ziel, das bei der Ortsmittelpunktgestaltung umgesetzt werden soll. Ideen dafür wurden beim Bürgerforum in großer Zahl geäußert, zu dem das Institut für Organisationskommunikation IFOK, die Gemeinde und der Bergsträßer Anzeiger im Sommer eingeladen hatten. Der Spaziergang am Samstag war die von vielen Einhäuern gewünschte Fortsetzung." ...

Hier und hier finden Sie die vollständige Berichterstattung im Bergsträßer Anzeiger

Mobilität und Verkehr

Wie gelingt es, den Verkehr in der Ortsmitte rund um den Marktplatz zu reduzieren? Eine Frage, die die Bürgerinnen und Bürger in Einhausen schön länger beschäftigt. Überraschend, aber durch Messungen belegt: Der Verkehr im Ortskern ist, das haben Messungen gezeigt, in den vergangenen zehn Jahren bereits zurückgegangen - und dass, obwohl Einhausen deutlich gewachsen ist! Anzunehmen ist, dass durchaus mehr Erledigungen zu Fuß oder mit dem Rad gemacht werden und dieser Trend zur Verkehrsreduzierung weiter gestärkt werden sollte! Radfahrern und Fußgänger das Vorankommen erleichtern, die Wege sicherer machen und gleichzeitig die Fahrt mit dem PKW durch den Ortskern unattraktiver machen, um beispielsweise die Umgehung zu stärken: Ideen und Ansätze, die dazu beitragen können, haben die Bürgerinnen und Bürger viele. Dazu gehören konkrete Vorschläge wie:

  • Die Einrichtung einer gemeinsamen Verkehrsfläche durch Aufpflasterung, das heißt ohne Höhenunterschiede zwischen Gehweg und Straße sowie ohne trennende Fahrbahnmarkierungen für die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer. Fußgänger haben auf diesen Verkehrsflächen Vorrang - und für Autofahrer ist nur noch Schrittgeschwindigkeit erlaubt.

  • Oder warum nicht den Durchgangsverkehr im Bereich des Marktplatzes komplett sperren? Auch dieser Vorschlag kommt von den Bürgerinnen und Bürgern selbst. Mehrere weitere Vorschläge seien in einem Verkehrsgutachten gebündelt, das sinnvollerweise für die weitere Planung auch herangezogen wird.

  • Zudem könnten auch weitere bauliche Maßnahmen, die das Halten mit dem PKW erschweren, Fußgängern und Radfahrern mehr Raum und damit auch mehr Sicherheit bieten. Nicht nur, aber besonders im Umfeld von Kindergärten sehen die Einhäusener hierdurch einen Gewinn.

  • Konsens herrscht auch darüber, dass der reine Apell und gute Wille allein nicht ausreiche, da die Bequemlichkeit doch zu häufig siege. Verkehrsverstöße von Autofahrern beim Halten, Parken oder der Geschwindigkeitsübertretung sollten stärker kontrolliert und auch sanktioniert werden, und das Umdenken und ggf. Umsteigen aufs Rad zu fördern.

  • Nicht direkt den Ortsmittelpunkt betreffend, aber dennoch bedacht werden, sollte zudem auch die Frage, wie sich der Verkehr durch neue Baugebiete, steigende Einwohnerzahlen und damit auch eine wachsende Zahl an PKWs entwickele.
Soziales Miteinander und Freizeit
Bereich um die Weschnitz für alle Generationen attraktiv gestalten
 

Einen Schwerpunkt zum Thema soziales Miteinander und Freizeit bildete das Thema Umgestaltung der Weschnitz. Anliegen der Diskussionsteilnehmer war es, die Weschnitz parallel zu den dort bereits geplanten Renaturisierungsmaßnahmen auch für die Nutzung durch den Menschen attraktiver zu gestalten. Entsprechende Maßnahmen am Weschnitzufer sollen sich an alle Generationen richten. Ideen für Maßnahmen waren

An der Weschnitz im Ortsbereich: 

    • Der Bau eines Kneippbeckens in der Weschnitz
    • Die Einrichtung eines „Bewegungsparks“ (Platz mit Fitnessgeräten) am Weschnitzufer
    • Die Aufstellung von mehr Sitzgelegenheiten an beiden Ufern im gesamten Ortsbereich
    • Der Aufbau von Wasserspielen, -rädern oder -fontänen in der Weschnitz als Blickfänger

An der Weschnitz westlich des Ortskerns der Bau zusätzlicher Querungen für Fußgänger und Radfahrer. Dabei sollten möglich natürliche Materialien genutzt werden.

Anliegen der Diskussionsrunde war es, bei der Gestaltung der Weschnitz Naturschutz und Freizeitnutzung bestmöglich zu vereinen. Beispielsweise soll am Nordufer nur ein Pfad geführt werden, dennoch könnten dort Bänke aufgestellt werden. Um Umgestaltungsmaßnahmen an der Weschnitz realisieren zu können, hat sich die Gemeinde bereits das Vorkaufsrecht für einige angrenzende Grundstücke gesichert. Ein weiteres Anliegen war es, im Zuge der Umgestaltung der Weschnitz auch das Thema Hochwasserschutz mitzudenken.

Umgestaltung des Bereichs Hallenbad/Rathaus/Eiscafé

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Wünsche und Ideen für eine Umgestaltung des Platzes zwischen Weschnitz, Hallenbad, Rathaus und dem dort befindlichen Eiscafé. Die Diskussionsrunde wünschte sich im Bereich zwischen dem Spielplatz am Hallenbad und dem Rathaus einen Bouleplatz. Zudem war es den Teilnehmenden ein Anliegen, einen sicheren, autofreien Durchgang zwischen dem Eiscafé und dem Spielplatz einzurichten. Dennoch sollen die nötigen Parkplätze für Hallenbad, Rathaus und Anwohner erhalten bleiben. Aus der Diskussion ergab sich daraus folgende Idee

  • im hinteren/nördlichen Bereich einen Bouleplatz einrichten.
  • vor dem Rathaus nur Dauerparkplätze einrichten, um den Wechselverkehr tagsüber zu reduzieren. Parkplätze für Kurzparker ggf. im vorderen Bereich des Platzes /an der Straße vorsehen.
  • zwischen dem Bereich am Eiscafé und dem Rathaus, dem neuen Bouleplatz, dem Spielplatz und der Weschnitz einen optisch und ggf. baulich (Rillen/Hindernisse) hervorgehobenen Fußweg einrichten
  • illegales Parken auf dem Platz eindämmen.

Weg zwischen Rheinstraße und Ludwigstraße behindertengerecht ausbauen

Zwischen Rheinstraße und Ludwigstraße im Bereich des Caritasheim besteht ein derzeit „wild“ genutzter Durchgang. Wunsch der Diskussionsrunde ist es, diesen Durchgang so auszubauen, dass er durch alle Fußgänger – auch ältere Menschen mit Gehilfen, Eltern mit Kinderwägen etc. – genutzt werden kann. Die Teilnehmenden wünschen sich einen niveaugleichen und behindertengerechten sowie angstfrei und attraktiv gestalteten Durchgangsweg.

Umwelt

Renaturierung der Weschnitz? Ja, aber bitte die Natur ganz Natur sein lassen!

Die Weschnitz sorgt für Konflikt unter den Einhäuser Bürgerinnen und Bürger: Während am Vormittag Stimmen lautwerden, die für mehr Freizeitflächen an Weschnitz und ihren angrenzenden Ufern plädieren (breitere Radwege, bessere Sitzmöglichkeiten, Ruhebereiche, Biergärten und Grillplätze am Fluss), ist sich die Diskussionsgruppe am Mittag weitestgehend einig, dass die Renaturierung ein Vorhaben ist, das einzig der Natur zugutekommen soll. Eine Idee lautet etwa, dass mehr Dornen- und Beerensträucher (Weißdorn, Rosen, Liguster, Holunder etc.) eine Bereicherung für das Flussbiotop wären; weiter wird überlegt, ob der Uferweg nicht sogar obsolet werden und bestimmte Abschnitte am Fluss für den Menschen komplett unzugänglich bleiben könnten. Dennoch müsse die Renaturierung „mit dem Lebensalltag der Menschen vereinbar sein“: So sollen etwa Ruhebereiche an der Weschnitz entstehen, in denen der Mensch im „Einklang mit der Natur“ vom hektischen Alltag entspannen kann.

Einhausen startet eine Blitzermarathon-Aktionswoche gegen Hundekot

Sorgt in Einhausen für Ärger: nicht entsorgter Hundekot auf Privatgrundstücken, Spielplätzen und landwirtschaftlichen Flächen. Bereits im ersten Bürgerforum im Sommer 2017 wurde das Thema eifrig diskutiert, und schon damals lautete der Tenor: Mit direkter Ansprache sollen Hundebesitzer auf das Exkrement ihrer Vierbeiner aufmerksam gemacht werden. Nun kam außerdem die Idee auf, einen „Blitzermarathon“ gegen Hundekot zu starten. Dieser könnte im Rahmen einer Aktionswoche stattfinden, bei der durch lustige Aktionen (rote Fähnchen markieren den Kot) oder Diskussionsrunden (Landwirte berichten, warum Kot auf ihren Feldern Schaden anrichtet) auf das Thema aufmerksam gemacht wird. Die Bürgerinnen und Bürger fordern jedoch auch mehr Sanktionsmöglichkeiten und härtere Strafen für nicht entfernten Kot.

Nachhaltige Aktionen gegen das Insektensterben

Ein besorgter Bürger, der als Hobbyfotograf vor allem Insekten vor seine Linse nimmt, merkt schon lange, dass auch in der Gemeinde Einhausen die Zahl der Insekten kontinuierlich abnimmt. Vor allem die Gemeindeverwaltung müsse sich als Initiator mit entsprechenden Maßnahmen gegen das Insektensterben einsetzen: Ihre Aufgabe, sei es die Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren, durch Pflanzaktionen im öffentlichen Raum eine Vorreiterrolle einzunehmen (Fassadenbegrünung, Bienenweiden etc.), und etwa durch Broschüren Informationen bereitzustellen [siehe Bienenbroschüre in Bensheim]. Eine thematische Veranstaltung – z.B. in Verbindung mit einem Weschnitzufer-Fest – könnte das Ganze abrunden. Ein denkbarer Anlass wäre der Hessische Tag der Nachhaltigkeit im September 2018. Die Gemeinde könnte sich so auch als nachhaltige Kommune in Südhessen positionieren.

Nahversorgung

Die Ortsmitte in Einhausen soll ein attraktiver Platz zum Verweilen und Einkaufen werden. Dazu gehört aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger:

Verkehr

Eine attraktive Ortsmitte ist für alle gut erreichbar, zeichnet sich durch kurze Wege aus und ist gemütlich. Die aktuelle Verkehrsführung und mangelnde Parkmöglichkeiten stellen daher eine Herausforderung für den Einzelhandel dar. Aus Perspektive des Einzelhandels besteht ein Interessenskonflikt zwischen dem Wunsch nach Ortsbelebnung und der Verkehrsberuhigung. Idee: Parkplätze mit kostenloser Brötchentaste (1h) könnten den schnellen Einkauf ermöglichen, gleichzeitig durch die anfallenden Kosten für Dauerparker die Ortsmitte entlasten. Alternative Parkflächen für Langzeitparker gilt es jedoch zusätzlich zu erschließen.

Gesundheitsversorgung

Um die Bewohner in die Ortsmitte zu locken und Einhausen gleichzeitig als Wohnort attraktiv zu erhalten, bedarf es einer ausreichenden gesundheitlichen Grundversorgung. In einer wachsenden und alternden Kommune ist ein angemessener Ärzteschlüssel daher wünschenswert. Die Ansiedlung von Ärzten in der Ortsmitte lockt zudem Gäste, die den Arztbesuch gerne mit einem Bummel durch die Läden verbinden. Idee1: Ansiedlung verschiedener Fachärzte, z.B. in einem Ärztehaus. Die Ärzte sollten die ganze Bandbreite abdecken – vom Internisten bis zum Kinderarzt. Idee2: Langfristig werden Pflegeeinrichtungen der alternden Bevölkerung nicht gerecht werden können. Die BürgerInnen von Einhausen schlagen vor, in einer Art ‚Altengarten‘ mit Abholservice für alte Menschen eine Tagespflege einzurichten. Ein organisiertes Tagesprogramm könnte dabei die Cafés in der Ortsmitte beleben. Idee 3: Bereits jetzt stehen Ältere vor der Herausforderung, sich selbst nicht hinreichend versorgen zu können. Hilfreich wäre daher eine Einkaufshilfe. Rudi könnte beispielsweise Essensbestellungen via Hotline in Empfang nehmen und das Essen direkt nach Hause liefern. Alternativ kam die Idee auf, ältere Schüler einzubinden und als Fahrradkurier mit extra Taschengeld Essen ausliefern zu lassen.

Gemütliche Orte des Miteinanders (Cafès, Restaurants) in die Ortsmitte locken

Eine Ortsmitte die zum Verweilen einlädt, zeichnet sich durch gemütliche Orte aus, an denen sich Alt und Jung begegnen und jeder gerne länger sitzen bleibt als geplant. Herausfordernd ist dabei, eine Rundum-Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Dies gilt sowohl im Restaurant/Café selbst, als auch im gesamten Ortskern. Hohe Mieten bei geringen Umsätzen erschweren zudem die Ansiedlung neuer Geschäfte und den Erhalt kleiner Läden. Idee 1: Ein Wochenmarkt lockt Menschen aus der Umgebung nach Einhausen, kostet geringe Standgebühren und unterstützt die lokalen Anbieter vor Ort. Idee 2: Für einzelne Läden sind Marketingmaßnahmen teuer. Gemeinsam als Verbund des Einzelhandels in Einhausen – vielleicht in Kooperation mit der Stadt – kann eine größere Kampagne organisiert und die Aufmerksam auf Einhausen als attraktive Stadt gelenkt werden. Idee 3: Um sich von Ballungszentren wie Mannheim zu unterscheiden, sollte Einhausen versuchen sich durch einen besonderen, spezialisierten Einzelhandel bekannt zu machen.

Fazit: Der Einzelhandel kann viel dazu beitragen, die Einhausener Ortsmitte attraktiver zu gestalten. Ein strukturierter und kreativer Austausch mit Vertretern der Gemeinde wird dabei als nützlich erachtet und gewünscht.

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