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"Spielraumplanung ist gelebte Kinderfreundlichkeit"

Weitere Infos zum Spielplatzkonzept für die Innenstadt: Natur, Grün, Wasser und mehr / Bürgerinnen zur Mitwirkung eingeladen

 

Bensheim.Die Anziehungskraft und Aufenthaltsqualität in Bensheims Fußgängerzone steigern:  Das hat sich das Bürgerforum, das sich seit einem knappen Jahr mit der Zukunft der Innenstadt beschäftigt, vorgenommen. Bei einer weiteren Veranstaltung geht es am Donnerstag vor allem um den Nachwuchs – und seine Begleitung.

Im Kolpinghaus will der Landschaftsplaner Norbert Schäfer gemeinsam mit Menschen, die sich für das Thema interessieren beziehungsweise Nutznießer sind,  Ideen und Wünsche für die Gestaltung von Plätzen zum Spielen und Verweilen erarbeiten.  Schäfer betreibt seit drei Jahrzehnten das Fachbüro „Stadt und Natur“ – seit 20 Jahren mit Sitz im südpfälzischen Annweiler.

Der Name ist Programm: Schäfer plant und baut keine (Spiel-)Plätze von der Stange, sondern bezieht immer das Umfeld und regionale Besonderheiten in seine Überlegungen ein. Wie das konkret aussieht, kann auf einer Reihe von Alla-Hopp-Plätzen begutachtet werden, die Schäfer mit seinem Büro konzipiert hat. Natürliche Baustoffe, viel Grün, Wasser, Anreize für Kreativität und Interaktion: Das sind die Zutaten für Platzgestaltungen, die Appetit auf einen Besuch machen. Immer hat Schäfer dabei nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen und die Attraktivität der Plätze für sie im Blick.

Bensheims Innenstadt mit ihrer interssanten Topografie, ihrem historischen Ambiente, ihren Plätzen und Ecken sowie der Lauter als dritter Achse neben der Bahnhof- und Hauptstraße bietet spannende Voraussetzungen für die angedachte „Perlenkette“, die Klein und Groß gleichermaßen erfreuen und anlocken soll.

„Spielraumplanung ist gelebte Kinderfreundlichkeit“, lautet Schäfers Credo. Ziel sei es, attraktive generationsübergreifende Plätze zu gestalten: „Je naturnäher diese Spielräume ausgestattet sind, desto mehr bieten sie die Eigenschaften, die die Spiel- und Erfahrungswelt früherer Kindergenerationen ausgemacht hat.“

Zur Herangehensweise des Landschaftsarchitekten gehört eine sehr frühe und danach dauerhafte Beteiligung der Bevölkerung. „Das bringt bessere Ergebnisse und schafft Wertschätzung für die Anlagen“, hat Schäfer überall beobachtet, wo er dieses Prinzip angewendet hat.

In Bensheim tut er dies im Auftrag der Stadt und mit Unterstützung des Bürgerforums Zukunft Innenstadt. Zur Auftaktveranstaltung  steuert der Bensheimer Architekt Sanjin Maracic als Sprecher des Arbeitskreises Innenstadtentwicklung seine Sicht der Dinge bei.

Nach einem informativen Einstieg sind im wahrsten Sinne des Wortes die Besucher am Zug. Ihr Input fließt dann in die Konzeptplanung ein, die das Büro Stadt und Natur im Laufe des Monats September vorlegen will.     (red)

i Öffentliche Auftaktveranstaltung für das Innenstadt-Spielplatzkonzept „Perlenkette“ : Donnerstag, 29. August, 19 Uhr, Kolpinghaus.

 

Bürgerforum Zukunft Innenstadt: Öffentliche Versammlung zum Thema Spiel- und Bewegungsräume

„Perlenkette“ soll die Fußgängerzone aufhübschen

Bensheim. Die Innenstadt als Begegnungs-, Verweil- und Erlebnisraum für alle Generationen: Das ist das Zielbild, für das seit einem Jahr vom Bürgerforum zur Entwicklung von Bensheims Mitte viele kleine und größere Mosaiksteine gesetzt werden. Eine im Kontext betrachtete und aufeinander abgestimmte Spielplatzgestaltung gehört dazu. Dabei schwebt dem Bürgerforum eine Aneinanderreihung von Spiel-, Bewegungs- und Ruhezonen vor, die sich wie eine „Perlenkette“ durch die Fußgängerzone schlängeln: Plätze und Ecken, an die es Kinder und Jugendliche hinzieht und wo Erwachsene sich wohlfühlen.

Was es dazu braucht, hat Norbert Schäfer bei einer Reihe von Alla-Hopp-Plätzen in der Region vorexerziert. Der Landschaftsarchitekt ist Mitinhaber und Gründer des Büros Stadt und Natur in Annweiler in der Pfalz, das auf drei Jahrzehnte Erfahrung in der Planung von Spielplätzen und zahlreiche Auszeichnungen für seine Projekte verweisen kann.

Spielraumplanung ist für Schäfer „gelebte Kinderfreundlichkeit“. Und die „Perlenkette“, die er in Bensheim gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern knüpfen will, eine Aufwertung der Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone. Die wird nach Schäfers Bestandsaufnahme „den heutigen und erst recht den zukünftigen Erwartungen an einen solchen Freiraum als Einkaufs- und Flaniermeile“ nur noch bedingt gerecht. Verloren ist damit noch nichts. „Dort, wo in den letzten Jahren in die Gestaltung der Fußgängerzone investiert wurde, pulsiert das Leben“, hat Schäfer bei mehreren Ortsbegehungen beobachtet. Und: „Wo es attraktiv ist, siedeln sich auch interessante Geschäfte und einladende Gastronomie an“ – wie vor allem rund um den Hospitalbrunnen. Der (Wasser-)Spielplatz wirkte dort als Initialzündung.

„Nur, wenn ein Freiraum eine einladende Atmosphäre bietet, wird er gut angenommen“, sieht sich der Landschaftsplaner bestätigt. Deshalb setzt er auch auf eine frühe Beteiligung der Zielgruppe: „Das sind alle, die eine Anlage nutzen“ – also Kinder, Eltern, Großeltern, Kunden, Passanten, Touristen, Einheimische und Auswärtige. Dabei hat Schäfer mit seinem Büro die Erfahrung gemacht, dass durch die Einbindung der Nutzer eine hohe Identifikation mit dem Geschaffenen entsteht und das Gemeinschaftserleben gestärkt wird. „Wichtig ist aber auch, die Grenzen von Beteiligung zu kennen“ und den Bogen nicht zu überspannen, weiß Schäfer.

Wie der Bürochef die richtige Balance finden will, erklärt er beim öffentlichen Projektstart am Donnerstag, 29. August, 19 Uhr, im Kolpinghaus. Eingeladen sind alle, die sich für das Thema Spiel- und Erlebnisräume im Besonderen oder für die Entwicklung der Innenstadt in ihrer Gesamtheit interessieren.

Nach der Benennung von konkreten Punkten, wo das Bürgerforum Handlungsbedarf sieht, sollen Verbesserungsvorschläge diskutiert werden. Sie fließen genauso in das Gestaltungskonzept zur Aufwertung der Innenstadt ein wie die Ideen, die der Arbeitskreis Innenstadtgestaltung zur Lauter auf Infotafeln geplottet hat. Erläutert werden sie vom Bensheimer Architekten Sanjin Maracic, Kopf und Sprecher der Architektenrunde, die seit Monaten an einem Masterplan für die Innenstadt zeichnet.

Nach dem fachlichen Input haben die Bürgerinnen und Bürger das Wort. Und sie können sicher sein, dass ihre Vorstellungen, Anregungen und Wünsche nicht bis zum St. Nimmerleinstag in der Schublade verschwinden. „Wir liefern keine fertigen Rezepte, sondern wollen uns erst genau anhören, was die Betroffenen meinen. Deshalb werden wir sie auch nicht mit eigenen Vorschlägen berieseln, sondern es wird eine Arbeitssitzung werden, bei der die Besucher die Richtung vorgeben“, verspricht Norbert Schäfer.

Info: „Perlenkette“: Erarbeitung eines Spielplatzkonzepts für die Innenstadt. Öffentliche

Veranstaltung zur Bestandsaufnahme und Ideensammlung am Donnerstag, 29. August, 19 Uhr, Kolpinghaus, Am Rinnentor 46.

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